Liebe Leserin, lieber Leser!
Religion bewegt die Welt. Täglich hören wir von Schreckenstaten im Namen der Religion. Aber wie ist das eigentlich mit Jesus? Ist er nicht so ganz anders?! Hat er zum Kampf im Namen der Religion aufgerufen? Nein! Jesus Christus hat uns keine Religion gebracht, sondern Evangelium. Seine Botschaft heißt: Ich bin gekommen, um zu dienen und mein Leben für Menschen hinzugeben. Religionen werfen immer wieder neue Fragen auf; Jesus ist die Antwort. Dazu erfahren Sie mehr in dieser Ausgabe. Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und viel Freude beim Lesen!
Hartmut Jaeger
Als ich etwa zwölf oder dreizehn Jahre alt wurde, setzte mein kritisches Denken ein. Aufgewachsen in einem christlichen Familienumfeld, mit Kindergottesdienst, Jungschar und Weihnachtsgottesdiensten, fühlte ich mich in der christlichen Kultur zu Hause. Aber als ich zu Vortragsabenden unserer Gemeinde ging, kam ich ins Nachdenken. Was wäre mit mir, wenn ich in einem gänzlich anderen Umfeld aufgewachsen wäre, z. B. in einem buddhistischen, muslimischen oder atheistischen Land wie China? Wäre ich dann auch mit solch einer Selbstverständlichkeit Christ? Durch das Lesen eines Buches, das viele Religionen verglich, wurde mir deutlich: Alle Religionen haben Gründer, das Christentum aber hat Christus. Dort lernte ich, dass ich mich nicht nach einer unerreichbaren Rettung auszustrecken brauchte. Das lehren letztlich alle Religionen. Vielmehr konnte ich mich auf das Werk von Jesus Christus verlassen. Am Kreuz gab er alles! Und das bot er mir nun als kostenfreies Geschenk an. Im Glauben sollte ich es annehmen. Das tat ich dann auch. Es war sehr befreiend für mich. Nicht durch eigene Leistung musste ich es beweisen. Denn mit meinen kümmerlichen Versuchen hätte ich den gerechten Gott niemals erreichen oder ihn beeindrucken können, sodass er mich in den Himmel hätte aufnehmen müssen. Meine Mutter sagte es mir eines Tages direkt ins Gesicht: „Sebastian, versuche nicht immer, durch deine Taten etwas zum Werk von Jesus hinzuzutun. Es reicht, was er getan hat!“ Das saß, und noch heute klingt mir ihr Satz immer wieder in den Ohren, wenn ich mal wieder zu viel von mir abhängig mache. Gott hat mich nicht nötig, aber er freut sich über jeden, der zu ihm kommt. Im Nachhinein bin ich ihm vor allem so dankbar, dass er mir im westlichen Kulturkreis einen einfachen Zugang zu seinem Wort, zu Gemeinden und anderen Christen ermöglichte. Paulus schreibt im Römerbrief 1, Vers 16: „Denn ich bekenne mich offen und ohne Scham zu dieser guten Nachricht: Sie ist Gottes Kraft und rettet jeden, der ihr glaubt.“
› Sebastian Herwig
Jesus tut meiner Seele gut: Er ist mein Zurückbringer
Alle Religionen kreisen um drei Grundideen, die sie unterschiedlich zum Ausdruck bringen: Liebe, Licht und Leben. Das lateinische Wort religatio kann „Rückverbindung“ bedeuten. Der Mensch sucht eine Rück-Verbindung zu Gott. Er strengt sich dabei gewaltig an, um Gott zu erreichen. Er schafft es nicht. Er tappt im Dunkeln. Gott sei Dank! Die Bibel sagt: Liebe, Licht und Leben sind nicht abstrakte menschlich-emotionale Bedürfnisse und Sehnsüchte, sondern sind Wahrheit und Wirklichkeit geworden in Jesus Christus, Gottes Sohn:
Liebe: „Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einen und einzigartigen Sohn (Jesus), damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben geht, sondern ewiges Leben hat.“ Johannes 3,16
Licht: „Er (Jesus) war das wahre Licht, das für jeden Menschen leuchtet, der in die Welt kommt.“ Johannes 1,9
Leben: „In ihm (Jesus) war Leben, und dieses Leben war das Licht für die Menschen. Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Johannes 1,4-5
In diesem Sinn laden wir zum Zurückbringer Jesus Christus ein.
› Erik Junker
Wollen nicht alle Religionen dasselbe?
Zehn Brote kaufen, eines gratis. Ich sammle fleißig, rechne, hoffe. Genauso erlebe ich Religion. Viele Menschen empfinden sie als den Versuch, vor Gott bestehen zu müssen. Also sammle ich „Stempel“: Ich handle gut. Ich spende. Ich erfülle religiöse Pflichten und hoffe, dass es am Ende reicht. Doch das macht müde. Denn die Frage bleibt: Habe ich genug getan? War mein Gebet, meine Spende ausreichend? Irgendwie fehlt immer noch ein Stempel. Ich verfehle Gottes Ziel. Selbst dann, wenn ich mich anstrenge. Darum funktioniert die Stempelkarte nicht. Egal, wie sehr ich mich bemühe, sie bleibt an entscheidender Stelle leer. Doch es gibt gute Nachrichten. Ich muss nichts tun, um vor Gott besser dazustehen. Warum? Weil Gott den ersten Schritt gemacht hat. Ich musste nicht zu ihm kommen. Er kam zu mir. Das feiern wir an Weihnachten. Jesus kam in diese Welt und hat ein gerechtes Leben gelebt, das vor Gott Bestand hat. Jesus hat nichts Böses getan. Er war absolut gerecht. Diese Gerechtigkeit schenkt er mir. Umsonst. „Denn aus Gnade seid ihr gerettet – nicht aus Werken“ (aus Epheser 2,8-9). Jesus hat die „Stempelkarte meines Lebens“ vollständig ausgefüllt. Alles ist bezahlt. Ob ich diese Karte annehme und einlöse, liegt bei mir.
› Daniel Dreßler
Muss ich mehr tun?
Nach einem Jugendgottesdienst kam Enzo (Name geändert) auf mich zu. In der Predigt war es um Ängste gegangen. „Ich weiß nicht, ob es reicht, denn ich bete nicht oft“, sagte er. „Sind fünfmal in der Woche genug?“ Noch mehr beschäftigte den 21-Jährigen die Frage, ob sein Leben Jesus gefällt. „Ist er vielleicht sauer auf mich?“ Enzo erinnerte sich daran, dass Menschen in der Kirchengeschichte sogar Geld bezahlen mussten, um in den Himmel zu kommen. Er war verwirrt darüber, was Gott zufriedenstellt und was nicht. Enzo war mit neun Jahren zur Kommunion gegangen und mit 16 gefirmt worden. Nach der Firmung entfernte er sich von der Kirche, feierte viel und lebte, wie er wollte. Irgendwann nahm ihn ein Freund zu unserem Jugendgottesdienst mit. Enzo kam gern und bald regelmäßig. Enzo dachte, er müsse sich Gottes Zustimmung durch religiöse Leistungen verdienen. Ich sagte ihm: „Wenn dich dein Lebensstil erkennen lässt, dass du und ich Gott aus uns heraus nicht viel zu bieten haben, dann ist das tatsächlich frustrierend. Aber wenn du auf Jesus schaust, sind deine Sorgen unbegründet.“ Enzo sah mich erstaunt an. „Jesus hat alles für uns getan“, erklärte ich. „Wenn du meinst, noch etwas zu deiner Errettung beitragen zu müssen, dann würde das bedeuten, dass das, was Jesus am Kreuz vollbracht hat, nicht ausreicht.“ Da machte es bei Enzo „klick“. Er verstand: Was Jesus getan hat, reicht aus.
› Markus Wäsch
